📄 Portal-Inhalt: Prozess- und Systembeschreibung Außenjalousien
Außenjalousien gehören zu den wirksamsten Maßnahmen gegen sommerliche Überhitzung von Gebäuden. Im Gegensatz zu innenliegenden Rollos stoppen sie die Sonnenstrahlung bereits vor der Fensterscheibe. Gleichzeitig können sie in Winternächten den Wärmeverlust über Fenster reduzieren und den Heizenergiebedarf senken.
1. Zweck
Diese Systematik beschreibt den standardisierten Einsatz, die Auswahl und die Nachrüstung von Außenjalousien und Raffstores als primäre technische Schutzmaßnahme an Gebäuden. Ziel ist die energetische Optimierung der Gebäudehülle, die signifikante Senkung des Energiebedarfs für Kühlung (Sommer) und Heizung (Winter) sowie die Etablierung eines replizierbaren Prozesses im Sinne unseres genossenschaftlichen Ansatzes.
2. Geltungsbereich
Der Geltungsbereich umfasst alle Wohn-, Gewerbe- und Verwaltungsbauten, die im Rahmen der genossenschaftlichen Beratung, Sanierung oder Eigenleistung optimiert werden. Er erstreckt sich sowohl auf den Neubau als auch auf die zerstörungsfreie und mieterfreundliche Nachrüstung im Bestand.
3. Begriffe
- Raffstore / Außenjalousie: Außen vor dem Fenster angebrachte, ggf. im Neigungswinkel verstellbare Lamellensysteme aus Aluminium zur flexiblen Licht- und Wärmelenkung.
- Vorbau-System: Kompakte Einheit aus Jalousiekasten und Führungsschienen, die nachträglich auf den Fensterrahmen oder in die Laibung montiert werden kann.
- Transmissionswärmeverlust: Der Wärmestrom, der im Winter von innen nach außen durch das Fensterglas entweicht.
- Sommerlicher Wärmeschutz: Maßnahmen zur Begrenzung des solaren Wärmeeintrags ohne mechanische Kühlung.
4. Zuständigkeit und Verantwortlichkeiten
- Genossenschaftliche Beratung (Technik): Durchführung des Aufmaßes, thermodynamische Beratung und Systemauswahl (Lamellenform, Montageart).
- Ausführende Einheiten (Handwerk/Eigenleistung): Fachgerechte, lotrechte Montage der Profile und des Kastens nach dieser Prozessbeschreibung.
- Nutzer/Bewohner: Sachgemäße Bedienung (zyklische Anpassung der Lamellenstellung, Beachtung von Sturmwarnungen).
5. Beschreibung des Prozesses (Schritt-für-Schritt)
Die Installation erfolgt nach einem standardisierten, fehlerreduzierenden Montageverfahren:
📐 1. Aufmaß & Variantenfestlegung
Qualitätssicherung
Präzises Ausmessen der lichten Weite der Fensterlaibung oder des Rahmens an jeweils drei Punkten (oben, mitte, unten), um Bautoleranzen auszugleichen. Festlegung der Montageart (auf dem Rahmen oder in der Laibung).
🔩 Montage der Führungsschienen
Montage der Führungsschienen: Aluminiumprofile.
Die seitlichen Aluminium-Führungsprofile links und rechts lotrecht ausrichten und am Fensterrahmen oder Mauerwerk fixiert montieren. Diese Schienen nehmen später die Windlasten auf.
📦 Einhängen des Jalousienkastens Kopfmontage.
Der vormontierte Jalousiekasten (inklusive Lamellenpaket und Welle) wird von oben in die Führungsschienen eingesetzt, formschlüssig arretiert und mechanisch gegen Abheben gesichert.
⚙ Einstellung
Antriebs- und Endlagenjustierung: Inbetriebnahme.
Herstellung der Betriebsbereitschaft (Gurt, Kurbel oder Anschluss des Solar-Funkmotors). Einstellen der oberen und unteren Endanschläge sowie der Lamellen-Wendenfunktion.
6. Überwachung und Messung (Qualitätskontrolle)
Zur Sicherung der ISO-9001-Konformität sind nach der Montage folgende Prüfkriterien zu dokumentieren und freizugeben:
- Leichtgängigkeit: Fährt das Lamellenpaket ruckfrei und ohne Schleifgeräusche über die gesamte Höhe?
- Licht- und Sichtprüfung: Schließen die Lamellen in der Verdunkelungsstellung bündig ab?
- Schnittstellenprüfung: Ist die Befestigung der Profile wind- und wetterfest ohne Verletzung der thermischen Trennung des Fensters?
7. Thermodynamischer Wirkungsgrad & Kennzahlen
| Jahreszeit | Physikalischer Effekt | Energetischer Nutzen | Kennzahl (Zielwert) |
|---|---|---|---|
| Sommer | Reflexion & Absorption: Sonnenstrahlen werden blockiert, bevor sie das Glas passieren und den Raum per Treibhauseffekt aufheizen. | Reduktion des solaren Wärmeeintrags; Verzicht auf fossile/stromintensive Klimatisierung. | Abweisung von bis zu 80-85% der solaren Einstrahlung. |
| Winter | Zusätzliche Wärmedämmung: Herabgelassene Lamellen bilden ein stehendes, isolierendes Luftpolster vor der Scheibe. | Verringerung der Auskühlung über die Glasflächen in der Nacht; Senkung der Heizlast. | Reduktion des Transmissionswärmeverlusts um bis zu 15-25% (je nach Verglasung). |
Thermodynamischer Merksatz für das Portal: Jedes Watt Sonnenenergie, das im Sommer die äußere Glasebene gar nicht erst erreicht, muss nicht mechanisch weggekühlt werden – und jede Barriere, die im Winter ein stehendes Luftpolster vor dem Glas hält, reduziert den Heizwärmeverlust der Gebäudehülle.
8. Dokumentation (Mitgeltende Unterlagen)
- Checkliste ISO 9001-A1: Aufmaßblatt und technisches Freigabeprotokoll.
- Gefährdungsbeurteilung GB-04: Thermische Risiken durch sommerliche Überhitzung und mechanische Risiken (Windlasten).
- Wartungsplan W-Sonnenschutz: Jährliche Reinigung der Aluminiumlamellen und Prüfung der Führungsschienen auf Fremdkörper.
9. Anlagen
- Anlage 1: Prinzipskizzen zur Montage (Rahmenmontage vs. Laibungsmontage).
- Anlage 2: Technische Spezifikationen der Aluminiumprofile und Lamellengeometrien.
- Anlage 3: Referenzwerte zur Berechnung der Amortisationszeit durch eingesparte Heiz- und Kühlenergie.
📄 Anlage 2 / Dokument-ID: GB-04
Gefährdungsbeurteilung: Thermische und mechanische Risiken der Gebäudehülle (Fokus: Außenjalousien)
Gegenstand: Technische Schutzmaßnahmen gegen solare Überhitzung, Transmissionswärmeverlust und Extremwetterereignisse (Sturm).
Zielsetzung: Gewährleistung eines stabilen Raumklimas, Minimierung des Primänergiebedarfs (Heizen/Kühlen) und Sicherung der mechanischen Anlagenintegrität.
Risk-Matrix & Bewertungsschlüssel (nach Nohl)
Zur Einstufung wird das Risiko $R$ als Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit $E$ und Schadensausmaß $S$ definiert ($R = E \times S$).
- Risikobereich 1–2: Gering (Akzeptabel, Beobachtung)
- Risikobereich 3–4: Mittel (Maßnahmen mittelfristig erforderlich)
- Risikobereich 6–9: Hoch (Sofortiger Handlungsbedarf / Technische Barriere zwingend)
Systematische Gefährdungsanalyse
1. Gefährdungsfaktor: Klimatische Einwirkung – Sommerliche solare Einstrahlung
- Gefährdung / Auswirkung: Kurzwellige Sonnenstrahlung passiert das Fensterglas ungehindert. Im Innenraum erfolgt die Umwandlung in langwellige Infrarotstrahlung. Da Glas für diese undurchlässig ist, entsteht die Hitzefalle (Die kurzwellige Sonnenstrahlung gelangt durch die Verglasung in den Innenraum. Dort wird sie überwiegend in Wärme umgewandelt. Ein Teil dieser Wärmestrahlung wird von der Verglasung schlechter nach außen abgegeben, wodurch sich der Raum stark erwärmt.).
- Folgen: Thermische Belastung der Nutzer, Dehydration, drastischer Abfall der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, massiver Anstieg des Sekundärstromverbrauchs durch den Einsatz mechanischer Klimaanlagen (AC).
- Risiko ohne Schutzmaßnahme: $E: 3$ (Häufig) $\times$ $S: 2$ (Mittlerer Gesundheitsschaden/hoher Energieaufwand) = Risiko 6 (HOCH)
Schutzmaßnahmen nach dem T-O-P-Prinzip:
- T (Technisch): Installation von außenliegenden Aluminiumjalousien. Die Reflexion und Absorption der solaren Energie erfolgt vor der Verglasung. Reduktion des Gesamtenergiedurchlassgrades ($g$-Wert) des Fenstersystems je nach System bis zu rund 80 %.
- O (Organisatorisch): Erstellung von Nutzer-Richtlinien: Jalousien bei direkter Ost-, Süd- und Westeinstrahlung präventiv schließen (Verschattungsfahrplan).
- P (Personenbezogen/Verhalten): Schulung der Bewohner zur sensorgestützten oder manuellen Lamellennachführung (Lichtlenkung statt Totalverdunkelung, um Kunstlicht-Wärmeeintrag zu vermeiden).
- Restrisiko: $E: 1 \times S: 1$ = Risiko 1 (Gering)
2. Gefährdungsfaktor: Klimatische Einwirkung – Winterlicher Transmissionswärmeverlust
- Gefährdung / Auswirkung: Bei niedrigen Außentemperaturen wandert Wärmeenergie kontinuierlich von der warmen Innenseite durch die Verglasung nach außen (hoher $U_w$-Wert der ungeschützten Glasfläche).
- Folgen: Auskühlung der Raumhülle in den Nachtstunden, unbehagliche Strahlungskälte an den Innenseiten der Fenster, massiver Anstieg des fossilen oder elektrischen Heizenergiebedarfs.
- Die Jalousien wirken nachts. Tagsüber sollten sie bei Wintersonne geöffnet werden.
- Risiko ohne Schutzmaßnahme: $E: 3$ (Regelmäßig im Winter) $\times$ $S: 2$ (Hohe Heizkosten, CO₂-Emissionen) = Risiko 6 (HOCH)
Schutzmaßnahmen nach dem T-O-P-Prinzip:
- T (Technisch): Vollständiges Herablassen der Außenjalousien während der Dunkelphase im Winter. Die geschlossenen Aluminiumlamellen erzeugen ein stehendes Luftpolster zwischen Lamellenbehang und Außenscheibe. Dieses Luftkissen wirkt als zusätzliche Dämmschicht und reduziert den Transmissionsverlust spürbar ($U-Wert$-Verbesserung um bis zu 10-20 %).
- O (Organisatorisch): Automatisierte Schließung des Behangs über eine Zeitschaltuhr oder Dämmerungssensoren, um den Puffer-Effekt in den kältesten Nachtstunden konsequent zu nutzen.
- P (Personenbezogen/Verhalten): Sensibilisierung der Nutzer, den Behang tagsüber komplett zu öffnen, um die solaren Gewinne (kostenlose Heizenergie durch Wintersonne) mitzunehmen, und erst bei Sonnenuntergang zu schließen.
- Restrisiko: $E: 2 \times S: 1$ = Risiko 2 (Gering)
3. Gefährdungsfaktor: Mechanische Einwirkung – Extremwetter (Sturm/Böen)
- Gefährdung / Auswirkung: Hohe Windgeschwindigkeiten erzeugen starke Druck- und Sogkräfte auf die großflächigen Aluminiumlamellen der Außenjalousie.
- Folgen: Verbiegen oder Brechen der Lamellen, Abreißen aus den seitlichen Führungsschienen, Beschädigung der Fassade oder der Fensterscheibe durch umherschlagende Teile (Sekundärrisiko: herabstürzende Trümmer).
- Risiko ohne Schutzmaßnahme: $E: 2$ (Möglich bei Wetterextremen) $\times$ $S: 3$ (Schwerer Sachschaden / Anlagenzerstörung) = Risiko 6 (HOCH)
Schutzmaßnahmen nach dem T-O-P-Prinzip:
- T (Technisch):
- Einsatz von robusten, links und rechts fest im Mauerwerk oder Rahmen verankerten Aluminium-Führungsprofilen (Schienenführung ist der Seilführung bei Wind vorzuziehen).
- Ausrüstung der Jalousie mit gebördelten Lamellen (erhöhte Torsionssteifigkeit).
- Integration eines mechanischen oder elektronischen Windsensors (Anemometer), der den Behang ab einer definierten Windklasse (z. B. > 15 m/s) automatisch und zwangsgesteuert in den schützenden Jalousiekasten hochfährt.
- O (Organisatorisch): Festlegung von Wartungsintervallen (zyklische Prüfung der Führungsschienen auf festen Sitz und Fremdkörper einmal jährlich vor der Sturmsaison).
- P (Personenbezogen/Verhalten): Bei manuellen Systemen: Verpflichtung der Nutzer, bei Sturmwarnung die Jalousien komplett einzufahren. Notbedienung (z.B. Ihre Notfalllösung mit Saughaken) muss bei Sturmankündigung sofort demontiert werden.
- Restrisiko: $E: 1 \times S: 2$ = Risiko 2 (Gering)
📄 Zusammenfassendes Risikoprofil (Dokumentationsmatrix)
| ID | Gefährdungsaspekt | R (Brutto) | Primäre Barriere | R (Netto) | Überwachungs-Turnus |
| GB-04.1 | Solare Überhitzung | 6 | Außenliegende Alu-Reflexion | 1 | Saisonal (Mai) |
| GB-04.2 | Winter-Wärmeverlust | 6 | Statisches Luftpolster (Nachtabsenkung) | 2 | Saisonal (Oktober) |
| GB-04.3 | Sturmschäden (Mechanik) | 6 | Alu-Führungsprofile / Windwächter | 2 | Jährlich (Wartungsplan) |
UMWELT-GEFÄHRDUNGS-BEURTEILUNG
Fachbereich: BAUWESENSachgebiet: HOCHBAU
Aspekt: KLIMASCHUTZ
Teil-Aspekt: AUßENJALOUSIEN
| Gefährdungsfaktor Umweltaspekt | Gefahrbringende Bedingungen | Beschreibung der Gefährdung | Expositions- dauer | Schwere der Gefährdung | Eintritts-wahrscheinlichkeit | Risiko- Abschätzung | Risiko- Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Abfall (inkl. Verpackung, Recyclingpotenzial) | Transport- und Verpackungsabfälle. | Unnötige Transport- und Verpackungsabfälle belasten die Umwelt | Mittel (Wochen/ Monate) | mittel | hoch | mittel | mittel |
| Albedo / Reflexion / Wellenlängenspektrum | Helle, hoch reflektierende Lamellenoberflächen bei intensiver Sonneneinstrahlung | Intensive Sommer-Solarstrahlung trifft auf hochglänzende Lamellenoberflächen. Hohe Albedo im Außenbereich kann durch Mehrfachreflexion benachbarte Fassaden und versiegelte Flächen zusätzlich erwärmen. | Mittel (Wochen/ Monate) | niedrig | mittel | niedrig | niedrig |
| Albedo / Reflexion / Wellenlängenspektrum | Reflexion der Lamellen | Helle Oberflächenfarbe kann Blendwirkungen sowie Lichtemissionen in den Außenraum verursachen. | Mittel (Wochen/ Monate) | niedrig | mittel | niedrig | niedrig |
| Albedo / Reflexion / Wellenlängenspektrum | Dunkle Oberflächen: | Intensive Sommer-Solarstrahlung trifft auf dunkle wenig reflektierende Lamellenoberflächen. Geringe Albedo im Außenbereich führt zur lokalen Aufheizung | Mittel (Wochen/ Monate) | mittel | hoch | hoch | hoch |
| Beschaffung & Einkauf (Lieferketten, Vorketten) | Mangelnde Kommunikation und Zusammenarbeit | Fehlende Umweltkriterien bei Beschaffung, Ausschreibung oder Lieferantenauswahl führen zu unnötigen Umweltbelastungen. | Lang (Jahre) | hoch | mittel | hoch | mittel |
| Chemische Faktoren / Umweltgefahrstoffe | Langjährige Freibewitterung und UV-Strahlung bei Kunststoffen/PVC | Langjährige Freibewitterung und UV-Strahlung von PVC-Lamellen mit möglicher Freisetzung von Mikroplastik oder Additiven. (schleichende Zersetzung). | Sehr lang (Jahrzehnte) | hoch | hoch | mittel | mittel |
| Chemische Faktoren / Umweltgefahrstoffe | Thermische Einwirkung oder Brandeinwirkung im Fassadenbereich | Thermische Zersetzung oder offener Brand der Fassadenelemente. Freisetzung gesundheits- und umweltgefährdender Verbrennungsprodukte. | Kurz (Stunden/Tage) | hoch | niedrig | niedrig | niedrig |
| Chemische Faktoren / Umweltgefahrstoffe | Unsachgemäßer Einsatz chemischer/lösemittelhaltiger Reinigungsmittel bei Wartung und Pflege | Einsatz von aggressiven oder lösungsmittelhaltigen Reinigungsmitteln bei der Wartung. Ggf. gelangen Reinigungsmittel in Boden oder Gewässer. | Kurz (Stunden/Tage) | niedrig | mittel | niedrig | niedrig |
| Energiebedarf | Fehlender / unzureichender Sonnenschutz | Ungehinderte Einstrahlung führt zu extremem Hitzeeintrag im Gebäude, Überlastung der Kühlung und erhöhter Kühlenergiebedarf sowie indirekt erhöhte CO₂-Emissionen. | Mittel (Wochen/ Monate) | hoch | hoch | mittel | hoch |
| Energiebedarf | Mangelnde Isolierung / Wärmebrücken | Ineffiziente Gebäudehülle, Rolladenkästen oder Befestigungen als Kälte-/Wärmebrücken mit erhöhtem Heiz- und Kühlenergiebedarf. | Lang (Jahre) | mittel | mittel | mittel | mittel |
| Klima / Atmosphäre / Wetter / Wind / Nebel / Strömung | Fehlende automatische Nachführung | Fehlender / unzureichender Sonnenschutz: Lamellenstellung passt sich wechselnden Wetterbedingungen nicht an. | Mittel (Wochen/ Monate) | niedrig | mittel | niedrig | niedrig |
| Klima / Atmosphäre / Wetter / Wind / Nebel / Strömung | Häufig wechselnde Bedingungen | Abrupt wechselnde Bewölkung führt ohne Automatisierung zu unnötigem Energieverbrauch. | Mittel (Wochen/ Monate) | niedrig | mittel | niedrig | niedrig |
| Klima / Atmosphäre / Wetter / Wind / Nebel / Strömung | Fehlerhafte Steuerung | Fehlende oder defekte Windsensorik (Jalousie fährt bei Sturm nicht automatisch ein). | Kurz (Stunden/Tage) | hoch | mittel | hoch | hoch |
| Lärm / Schall | Mechanisches Aneinanderschlagen der Lamellen bei mäßigem bis starkem Wind im Außenraum. | Mangelnde Wind- / Wetterfestigkeit: Führungsschienen oder Lamellen halten Böen nicht stand, was zu Sturmschäden, Lärmbelästigung durch Klappern oder Ausfall der Schutzfunktion führt. Belastung von Mensch und Tier. | Mittel (Wochen/ Monate) | hoch | mittel | hoch | hoch |
| Licht / Lichtemission / Lichtverschmutzung | Feste/unflexible Lamellenstellung ohne Tageslichtlenkung | Fehlende / starre Blendschutz-Regelung: Unflexibler Lichteinfall führt zu Blendung oder erzwingt dauerhaftes künstliches Licht trotz Sonnenscheins | Mittel (Wochen/ Monate) | niedrig | mittel | mittel | niedrig |
| Licht / Lichtemission / Lichtverschmutzung | Licht belastet Fauna und Flora | Licht belastet in hoher Anzahl und Stärke die Fauna und Flora in der Ruhezeit. Beeinträchtigung nachtaktiver Insekten und Vögel. | Mittel (Wochen/ Monate) | mittel | mittel | mittel | mittel |
| Mechanische Faktoren (Maschinen, bewegte Teile) | Bewegte Teile beschädigen sich gegenseitig | Auftreten von Starkwind oder Sturmböen bei vollständig heruntergelassenen Jalousien führen zu Materialverschleiß und vorzeitiger Ersatzbedarf. | Kurz (Stunden/Tage) | hoch | mittel | hoch | mittel |
| Mechanische Faktoren (Maschinen, bewegte Teile) | Konkave Lamellengeometrie bei starker solarer Einstrahlung (Hohlspiegeleffekt) | Konkave Geometrie der heruntergelassenen Lamellen wirkt bei Sonneneinstahlung als Hohlspiegel (Brennglas-Effekt). Lokale Überhitzung oder Entzündung brennbarer Materialien. | Lang (Jahre) | hoch | niedrig | mittel | niedrig |
| Menschliches Verhalten & Umweltbewusstsein (inkl. Verbraucherschutz) | Mangelnde Kommunikation und Zusammenarbeit | Fehlende Berücksichtigung von Umweltwirkungen bei Planung, Betrieb und Wartung. | Lang (Jahre) | mittel | mittel | mittel | mittel |
| Menschliches Verhalten & Umweltbewusstsein (inkl. Verbraucherschutz) | Fehlende Automation / falsche Bedienung | Fehlende Automation / falsche Bedienung: Manuelle Systeme, die bei Abwesenheit nicht schließen oder bei Wind nicht einfahren | Lang (Jahre) | mittel | mittel | mittel | mittel |
| Rohstoff- & Ressourcenverbrauch | Verwendung von Primäraluminium | Verwendung von Primäraluminium mit extrem hohem ökologischen Rucksack bei der Anschaffung. | Kurz (Stunden/Tage) | hoch | mittel | mittel | mittel |
| Rohstoff- & Ressourcenverbrauch | Vorzeitiger mechanischer Verschleiß | Vorzeitiger mechanischer Verschleiß (z. B. durch Windschäden), der zu vorzeitigem Austausch zwingt. | Mittel (Wochen/ Monate) | mittel | mittel | mittel | mittel |
| Rohstoff- & Ressourcenverbrauch | Verwendung nicht nachhaltiger Materialien | Import von Bambus-Materialien aus Übersee ohne anerkannte Nachhaltigkeits-Zertifikate (FSC). | Mittel (Wochen/ Monate) | hoch | niedrig | niedrig | niedrig |
| Rohstoff- & Ressourcenverbrauch | Mangelnde Wiederverwertbarkeit / Recyklingquote | Mangelhafte Wiederverwertbarkeit / Recyklingquote verschlechtert die Nachhaltigkeit | Mittel (Wochen/ Monate) | hoch | mittel | mittel | mittel |
| Rohstoff- & Ressourcenverbrauch | Lebensdauer zu gering | Kurze Nutzungsdauer führt zu häufigem Ersatz und erhöhtem Rohstoffbedarf. | Mittel (Wochen/ Monate) | hoch | mittel | mittel | mittel |
| Rohstoff- & Ressourcenverbrauch | Mangelnde Reparaturfähigkeit | Nicht reparierbare Systeme erzeugen unnötigen Abfall. | Mittel (Wochen/ Monate) | hoch | hoch | hoch | hoch |
| Tiere / Haustiere / Nutztiere (explizit inkl. deren langfristigem Ressourcenbedarf/Futter) | Vollständig hochgefahrene Jalousien bei großen Glasflächen (fehlende visuelle Barriere für Vögel) | Heruntergelassene oder leicht angestellte Lamellen unterbrechen die Transparenz und Reflexion von Fensterglas und reduzieren das Risiko von Vogelschlag deutlich. Werden die Jalousien bei starkem Sonnenschein oder Abwesenheit nicht genutzt (hochgefahren), bleibt das hohe Vogelschlagrisiko der ungeschützten Glasfläche bestehen. | Kurz (Stunden/Tage) | niedrig | niedrig | niedrig | niedrig |
| Verkehrs- & Logistikaufkommen | Große Transportentfernungen | Große Transportentfernungen belasten die Umwelt durch zusätzlich Reifenabrieb, Schmierstoffe und Abgas | Mittel (Wochen/ Monate) | hoch | mittel | mittel | mittel |
| Gefährdungsfaktor Umweltaspekt | Gefahrbringende Bedingungen | Beschreibung der Gefährdung (Mengentext) | Expositions- dauer | Schwere der Gefährdung | Eintritts- wahrscheinlichkeit | Risiko- Abschätzung | Risiko- Bewertung |
Warum Außenjalousien besser sind als Innenrollos.
| innen | außen |
|---|---|
| Sonne gelangt bereits ins Gebäude | Sonne bleibt draußen |
| Glas erwärmt sich stark | Glas bleibt deutlich kühler |
| Wärmestau | Reflexion vor der Scheibe |
| geringerer Effekt | deutlich wirksamer |

Freigabe und Revision
Dieses Dokument ist Teil des integrierten Managementsystems der Umweltgenossenschaft (in Anlehnung an EN ISO 9001) und verliert bei baulichen Veränderungen an den Führungsprofilen seine Gültigkeit.
- Erstellt durch: Fachbereich Umweltsicherheit & Thermodynamik
- Status: Freigegeben zur Implementierung auf dem DUGV-Portal
Die tatsächliche Amortisationszeit hängt von Fensterqualität, Nutzung, Energiepreisen, Verschattungssituation und Klimabedingungen ab.
Außenjalousien sind damit nicht nur ein Bauteil des sommerlichen Wärmeschutzes, sondern eine technische, organisatorische und wirtschaftliche Maßnahme innerhalb eines integrierten Umwelt- und Energiemanagementsystems.
KVP:
Innovation durch alte Tischdecken? Oder: Wenn das Managementsystem plötzlich praktisch wird … 😄
Was passiert, wenn man eine Umwelt-Gefährdungsbeurteilung auf Außenjalousien anwendet?
Man entdeckt eine erstaunlich einfache Lösung:
Eine alte Tischdecke wird kurzerhand über das Kippfenster gehängt – und plötzlich entsteht eine Idee! 😉
Die Weiterentwicklung ist denkbar einfach: In den Sommermonaten wird eine weiße bzw. helle Stoffjalousie in die vorhandenen Aluminium-Seitenprofile eingehängt.
Sie lässt ausreichend Tageslicht hindurch, reflektiert UV-Strahlung und einen großen Teil der Wärmestrahlung und ermöglicht gleichzeitig eine gute Hinterlüftung.
Keine komplizierte Technik. Kein neues Klimagerät. Kein Hightech-Wunder.
Einfach eine andere Betrachtung des Problems.
Und genau hier wird es für mich spannend:
Die Innovation entstand nicht durch einen genialen Erfinder, sondern praktisch durch die Anwendung des DUGV-Managementsystems.
Umweltaspekt erkannt → Gefährdung betrachtet → Lösung gesucht → ausprobiert → verbessert.
Wenn man ein Managementsystem konsequent anwendet, wird Innovation offenbar ziemlich schwer zu verhindern. 😄
Vielleicht braucht Innovation manchmal gar keine Innovationsabteilung – sondern nur eine gute Umwelt-Gefährdungsbeurteilung und eine alte Tischdecke.
#UmweltGefährdungsbeurteilung #UGB #Innovation #Umweltmanagement #EMAS #ISO14001 #Nachhaltigkeit #KVP #DUGV #Außenjalousien
| Revision: 4 | Erstellt/Geändert: | Geprüft: | Freigegeben: | Gültig ab: |
| Datum: | 23.07.2026 / 13.08.2026 | 13.08.2026 | 13.08.2026 | 13.08.2026 |
| Unterschrift: | Beauftragte | Aufsichtsrat | Vorstand | Beauftragter |