UMWELTPRÜFUNG – REFERENZTABELLEN

📊Umweltprüfung – Referenztabellen für schnelle Umweltbilanzierungen

Zweck

Diese Seite stellt zentrale Referenztabellen zur Verfügung, mit denen Umweltwirkungen von Lebewesen und Mobilität schnell, vergleichbar und nachvollziehbar bilanziert werden können. Ziel ist es, die nach EMAS geforderte Umweltprüfung und Umweltbetriebsprüfung praktikabel, reproduzierbar und steuerungsfähig zu machen.

Die Tabellen sind bewusst so aufgebaut, dass sie:

  • auf physikalisch-biologischen Grundlagen beruhen,
  • spezifisch normiert sind (pro kg Lebewesen bzw. pro kg Mensch),
  • Belastung und Nutzen trennen,
  • und sowohl digital (Excel) als auch analog (Papier) genutzt werden können.

Einordnung im Managementsystem

Diese Seite gehört zu 6‑B‑3 Umweltprüfung und adressiert drei zentrale Bilanzthemen:

  1. Lebewesen (Mensch, Nutztiere, Haustiere)
  2. Ernährung (implizit über Energie- und Flächenbedarf)
  3. Mobilität

Sie bildet damit eine Grundlage für die Ermittlung und Bewertung wesentlicher Umweltaspekte im Sinne von EMAS.


Grundprinzip der Bilanzierung

Trennung der Energiebegriffe

Für eine sachgerechte Bewertung werden drei Ebenen unterschieden:

  • Netto‑Energiebedarf (tatsächlich im Körper nutzbare Energie)
  • Nahrungsenergieaufnahme (chemische Energie im Futter bzw. in Lebensmitteln)
  • Systemverluste (Verdauung, Wärme, Methan, unverdauliche Anteile)

Diese Trennung ist entscheidend, um Fehlinterpretationen zu vermeiden und biologische Systeme korrekt einzuordnen.


Referenztabelle 1: Lebewesen – Umweltbelastung und Nutzen

Bezugsgröße: pro kg Lebewesen und Jahr
Zweck: Vergleich biologischer Systeme hinsichtlich Energie, Fläche, Emissionen und Nutzen

KategorieEinheitMenschRindPferdHund
Typische Körpermassekg7565060030
Netto‑Energiebedarf (Körper)kWh/kg·a~500~300~350~650
NahrungsenergieaufnahmekWh/kg·a~800~2.000~1.800~1.200
Nutzungsgrad%~65~15~20~55
Flächenbedarf Futterm²/kg·a~25~70~60~40
Wasserbedarfm³/kg·a~2~15~12~4
Treibhausgasekg CO₂‑Äq./kg·a~0,5~4–6~2–3~1–2
Methananteilqualitativgeringhochmittelgering
Lokale Emissionen / Abfallqualitativmittelhochmittelhoch

Nutzen- und Wirkungsseite (Haben‑Konten)

NutzenkategorieMenschRindPferdHund
Nahrungsmittelhoch (Milch, Fleisch)gering
Materialienhoch (Leder, Dünger)mittel
Arbeits-/Systemleistunghochmittelhochgering
Psychischer Nutzengeringmittelhoch
Psychische Belastungmittelgeringgeringmittel–hoch

Hinweis: Haustiere besitzen keinen materiellen Ertrag, können aber sowohl positiven als auch negativen psychischen Einfluss haben (z. B. soziale Wirkung vs. lokale Belastungen).


Referenztabelle 2: Mobilität – Umweltbelastung pro kg Mensch

Bezugsgröße: pro kg Mensch und Jahr
Zweck: Vergleich der Klimawirkung unterschiedlicher Mobilitätsformen bei realistischen Jahresdistanzen

VerkehrsmittelRealistische Jahres‑kmEnergiebedarfTHG‑Emissionen
Flug – Kurzstrecke (≤1.000 km/Trip)1.000–5.000 km8–20 kWh/kg·a2–6 kg CO₂‑Äq./kg·a
Flug – Langstrecke (>5.000 km/Trip)5.000–20.000 km5–12 kWh/kg·a1,5–4 kg CO₂‑Äq./kg·a
PKW Verbrenner (1 Person)5.000–15.000 km4–12 kWh/kg·a1,2–3 kg CO₂‑Äq./kg·a
PKW Verbrenner (2–4 Personen)5.000–15.000 km2–6 kWh/kg·a0,6–1,5 kg CO₂‑Äq./kg·a
Bahn (elektrisch, Fernverkehr)1.000–10.000 km0,3–2 kWh/kg·a0,1–0,4 kg CO₂‑Äq./kg·a
Bus (Linienverkehr)1.000–5.000 km0,5–3 kWh/kg·a0,2–0,8 kg CO₂‑Äq./kg·a
Fahrrad500–5.000 km0,05–0,3 kWh/kg·a0,01–0,05 kg CO₂‑Äq./kg·a
Zu Fuß500–3.000 km0,05–0,4 kWh/kg·a0,01–0,05 kg CO₂‑Äq./kg·a

Wichtiger Hinweis: Auch beim PKW sind Fixkosten (Fahrzeugherstellung, Infrastruktur) berücksichtigt. Entscheidend für die Bilanz ist der Besetzungsgrad.


Interpretation im Sinne von EMAS

  • Die größten Umweltwirkungen im privaten Bereich entstehen regelmäßig durch Mobilität, nicht durch Detailfragen der Ernährung.
  • Ernährung ist bilanziell relevant, insbesondere bei tierischen Produkten, wirkt jedoch meist im Faktor‑2‑Bereich.
  • Flugreisen können die Jahresbilanz einer Person im Faktor‑10‑bis‑50‑Bereich dominieren.
  • Technische Effizienz, Besetzungsgrade und Systemgrenzen sind entscheidender als moralische Einzelentscheidungen.

Nutzen dieser Seite für Organisationen und Einzelpersonen

  • Schnelle Ermittlung wesentlicher Umweltaspekte
  • Vorbereitung von Umweltprogrammen und Maßnahmenpriorisierung
  • Verständliche Kommunikationsgrundlage gegenüber Mitarbeitenden, Öffentlichkeit und Prüfern
  • Grundlage für Excel‑Schnellbilanzen und kontinuierliche Verbesserung

Ausblick

Die hier dargestellten Referenztabellen bilden den Kern der Umweltprüfung. Sie werden schrittweise ergänzt durch weitere Fachbereiche:

  • Wohnen (kWh/m²·a, Bau vs. Betrieb)
  • Energieerzeugung (PV, Wind, Speicher)
  • Industrie und Dienstleistungen
  • Konsum und Produkte

Damit entsteht ein modulares, EMAS‑konformes Bilanzsystem, das Umweltmanagement von einer Pflichtübung zu einem echten Steuerungsinstrument weiterentwickelt.


Revision: 1Erstellt/Geändert:Geprüft:Freigegeben:Gültig ab:
Datum:5.01.20265.01.20265.01.20265.01.2026
Unterschrift:Beauftragter/ChatGPTAufsichtsratVorstandBeauftragter