1. Zweck
Zweck dieser Seite ist die Förderung einer systematischen Erfassung, Bewertung, Bündelung und Weitergabe von Umweltwissen. Ziel ist es, Doppelarbeit zu vermeiden, Synergien zu nutzen und vorhandene Erkenntnisse schneller in die praktische Anwendung zu überführen.
Umwelt-, Klima-, Energie-, Wasser-, Ressourcen- und Naturschutz sind eng miteinander verbunden. Die Wirksamkeit von Maßnahmen steigt, wenn Erkenntnisse fachübergreifend betrachtet und in bestehende Managementsysteme integriert werden.
2. Anwendungsbereich
Diese Seite gilt für:
- Behörden
- Unternehmen
- Kommunen
- Verbände
- Forschungseinrichtungen
- Bildungseinrichtungen
- Umwelt- und Klimaschutzorganisationen
sowie für alle Fachbereiche und Sachgebiete, die Umweltaspekte, Risiken, Chancen und Verbesserungsmaßnahmen bewerten und umsetzen.
3. Begriffe
Umweltwissen
Gesamtheit aller Erkenntnisse, Daten, Erfahrungen, Studien, Regeln, Leitfäden und Best-Practice-Beispiele mit Bezug zum Umwelt- und Klimaschutz.
Umweltaspekt
Element einer Tätigkeit, eines Produktes oder einer Dienstleistung, das Auswirkungen auf die Umwelt haben kann.
Klimarisiko
Mögliche negative Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf Menschen, Organisationen, Infrastruktur oder Umwelt.
Bündelung von Umweltwissen
Systematische Zusammenführung fachlicher Erkenntnisse verschiedener Organisationen und Fachrichtungen zur gemeinsamen Nutzung.
Kontinuierliche Verbesserung
Fortlaufende Optimierung von Umweltleistungen durch Bewertung, Umsetzung und Überprüfung von Maßnahmen.
4. Zuständigkeit
Die Verantwortung für die Organisation und Bündelung von Umweltwissen liegt bei:
- Führungskräften
- Umweltmanagementbeauftragten
- Fachbereichsleitungen
- Sachgebietsverantwortlichen
- Projektleitungen
Alle Beschäftigten sind aufgefordert, relevante Erkenntnisse einzubringen und verfügbar zu machen.
5. Beschreibung
Ausgangssituation
Umweltwissen wird heute von zahlreichen Akteuren erzeugt:
- Forschungseinrichtungen
- Umweltbehörden
- Umweltverbänden
- Unternehmen
- Kommunen
- Normungsorganisationen
- Fachverbänden
Dabei entstehen häufig parallele Untersuchungen, Leitfäden und Handlungsempfehlungen zu ähnlichen Themen.
Herausforderung
Die eigentliche Herausforderung besteht nicht nur in der Gewinnung neuer Erkenntnisse, sondern in deren strukturierter Zusammenführung und praktischer Anwendung.
Ohne gemeinsame Strukturen besteht die Gefahr von:
- Doppelarbeit
- widersprüchlichen Empfehlungen
- Informationsverlusten
- ineffizientem Ressourceneinsatz
- verzögerter Umsetzung
Lösungsansatz – 5 Ebenen der UGebe-Struktur
Die Umweltgefährdungsbeurteilung (UGebe) bildet ein durchgängiges Ordnungssystem, das Umweltwissen, Managementsysteme und Klimarisiken miteinander verbindet.
Ebene 1 – Fachbereiche (Organisationsebene)
- stabile organisatorische Gliederung
- z. B. Energie, Verkehr, Bauwesen, Verwaltung, Gesundheit, Rohstoffe
Ebene 2 – Sachgebiete (Fachebene)
- technische und fachliche Untergliederung
- z. B. Gebäude, Wasser, Beschaffung, Abfall, Transport, Verfahren
Ebene 3 – Umweltaspekte (Wirkebene)
- konkrete Tätigkeiten oder Zustände mit Umweltwirkung
- z. B. Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Flächenverbrauch, Emissionen, Transport
Ebene 4 – UGebe-Faktoren (Einfluss- und Gefährdungsebene)
- physikalische, chemische, biologische und systemische Einflussgrößen
- z. B. Temperatur, Wasser, Luftfeuchtigkeit, Strahlung, Wind, Biodiversität, Klimagase, Energie, Rohstoffe, Druck, Reflexion
Ebene 5 – Bewertung (Wirkungs- und Entscheidungsebene)
- integrierte Bewertung aller Ebenen
- z. B.:
- Umweltrelevanz
- Klimarelevanz
- Risikorelevanz
- Anpassungsbedarf (Resilienz)
- rechtliche Relevanz
- wirtschaftliche Relevanz
Kerngedanke der Struktur
- Fachbereiche und Sachgebiete sind stabil
- Umweltaspekte sind dynamisch und anwendungsbezogen
- UGebe-Faktoren bilden die gemeinsame physikalische und systemische Realität ab
- Bewertung verbindet alle Ebenen zu Entscheidungen und Maßnahmen
Integration neuer Erkenntnisse
Neue Erkenntnisse aus Forschung, Gesetzgebung, Normung oder Praxis werden nicht als neue Systeme eingeführt, sondern:
- bestehenden Umweltaspekten zugeordnet
- über UGebe-Faktoren analysiert
- in die Bewertung integriert
- in Maßnahmen überführt
Beispiele:
- Klimaanpassung → Bewertung von Temperatur, Wasser, Extremereignissen
- Energieeffizienz → Wirkung auf Energie, Klima, Ressourcen
- Starkregen → Wasser, Infrastruktur, Flächennutzung
- Biodiversität → Boden, Fläche, Ökosysteme
6. Mitgeltende Unterlagen
- EMAS-Verordnung
- DIN EN ISO 14001
- DIN EN ISO 50001
- DIN EN ISO 14090
- DIN EN ISO 14091
- DIN EN ISO 14092
- Umweltrechtliche Vorschriften
- Interne Verfahrensanweisungen
- Fachbereichs- und Sachgebietsbeschreibungen
7. Dokumentation
Zu dokumentieren sind insbesondere:
- relevante Umweltaspekte
- Risiken und Chancen
- UGebe-Faktoren und Bewertungen
- Quellen und Fachinformationen
- Maßnahmen
- Kennzahlen
- Wirksamkeitsbewertungen
8. Lenkung
Die Wirksamkeit der Organisation und Bündelung von Umweltwissen wird regelmäßig überprüft.
Dabei sind insbesondere zu bewerten:
- Aktualität der Informationen
- Verfügbarkeit von Fachwissen
- Umsetzungsgrad von Maßnahmen
- Vermeidung von Doppelarbeit
- Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen
- erzielte Umweltverbesserungen
9. Anlagen
Anlage 1: Wissensfluss
Forschung und Erkenntnisgewinnung
↓
Bewertung und Zuordnung
↓
Fachbereiche
↓
Sachgebiete
↓
Umweltaspekte
↓
UGebe-Faktoren
↓
Bewertung und Entscheidung
↓
Maßnahmen
↓
Kontinuierliche Verbesserung
Anlage 2: Grundsatz
Umweltprobleme sind vernetzt.
Deshalb sollten auch Umweltwissen, Umweltmanagement und Umweltschutzmaßnahmen vernetzt organisiert werden.
Die größte Umweltwirkung entsteht häufig nicht durch zusätzliche Einzelmaßnahmen, sondern durch die bessere Abstimmung bereits vorhandener Erkenntnisse und Maßnahmen.

| Revision: 0 | Erstellt/Geändert: | Geprüft: | Freigegeben: | Gültig ab: |
| Datum: | 22.06.2026 | 22.06.2026 | 22.06.2026 | 22.06.2026 |
| Unterschrift: | Beauftragter/ChatGPT | Aufsichtsrat | Vorstand | Beauftragter |