PETITION

Klimaschutz systematisieren: Nach Vorbild Arbeitsschutz

Warum ist das wichtig? Der bisherige Klimaschutz leidet unter Unverbindlichkeit. Die EU-Verordnung 1221/2009 (EMAS) bietet zwar ein inhaltliches Fundament für das Umweltmanagement, ist aber rein freiwillig. Eine gesetzliche Pflicht zur Einführung von EMAS-Kriterien – jedoch bewusst ohne den lähmenden, externen Validierungszwang – würde Unternehmen den nötigen Rahmen geben, um kreativ und eigenverantwortlich zu handeln. Die größte Hürde liegt in der enormen Komplexität: Eine fundierte Umwelt- und Klimagefährdungsbeurteilung ist ungleich schwerer umzusetzen als im klassischen Arbeitsschutz. Sie darf nicht isoliert im Betrieb aufhören, sondern ist abhängig von globalen Bilanzen und der weltweiten Überlastung kritischer Umweltparameter. Bislang fehlen die wissenschaftlich und rechtlich verbindlichen Gefährdungsfaktoren für ein solches System fast vollständig; das Thema ist gesellschaftlich und politisch noch nicht ansatzweise ausreichend ausdiskutiert. Um diese Lücke zu schließen, müssen wir auf die bewährte Struktur und die jahrzehntelange Erfahrung der Berufsgenossenschaften im systematischen Risikomanagement setzen. Sie sind die richtigen Institutionen, um diese komplexen Faktoren praxisnah zu erforschen und zu entwickeln. Unsere Forderung: Wir fordern den Deutschen Bundestag auf, die gesetzlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Klima- und Umweltschutz nach dem Vorbild des Arbeitsschutzes methodisch zu systematisieren:

  • Entwicklungsauftrag an die Berufsgenossenschaften: Die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen müssen beauftragt und gefördert werden, um in einem breiten Diskurs die wissenschaftlichen und organisatorischen Vorlagen für eine betriebliche Umweltgefährdungsbeurteilung überhaupt erst zu entwickeln.

  • Definition verbindlicher Gefährdungsfaktoren: Es muss ein Rahmen geschaffen werden, der planetare Überlastungen und globale Bilanzen (z. B. thermodynamische Effekte) in messbare, betriebliche Faktoren übersetzt. EMAS-Kriterien als verbindliche Basis (ohne Validierungszwang): Die Pflicht zur Einführung von Umweltmanagementsystemen nach EMAS-Kriterien muss langfristig verankert werden – bürokriefrei und ohne externen Kontrollzwang, um den kreativen Fluss im Betrieb zu wahren.

  • Die „Fachkraft für Umweltsicherheit“ vorbereiten: Langfristiger Aufbau und breite Ausbildung eines neuen Berufsbildes (analog zur Fachkraft für Arbeitssicherheit), um das Management bei der zukünftigen Umsetzung dieser komplexen Aufgaben rechtssicher zu unterstützen.

  • Korrigierte Kurzbegründung (für WeAct / Campact) Kurztext:
    Klimaschutz braucht endlich System und verlässliche Methoden! Wir fordern den Bundestag auf, den Umweltschutz nach dem erfolgreichen Vorbild des Arbeitsschutzes zu strukturieren. Da eine Umweltgefährdungsbeurteilung aufgrund globaler Bilanzen hochkomplex ist, müssen die Berufsgenossenschaften beauftragt werden, diese verbindlichen Faktoren und Vorlagen in einem fundierten Diskurs überhaupt erst zu entwickeln. Auf Basis von EMAS-Kriterien (ohne Validierungszwang) und durch zukünftige „Fachkräfte für Umweltsicherheit“ machen wir Klimaschutz fit für die Praxis.

    Portal zum Einreichen, Diskutieren und Mitzeichnen von Petitionen

    https://petitionen.bundestag.de